Donnerstag, 19. April 2018

Schüler und Lehrer des Erasmus-Projekts treffen geflüchtete Jugendliche aus verschiedenen Ländern mit ihren Betreuern

 

Im Rahmen des am Gymnasium Kenzingen laufenden Erasmus-Projekts reiste eine aus sieben Schülerinnen und Schülern und zwei Lehrkräften bestehende Delegation ins griechische Thessaloniki. Dies war das fünfte Zusammentreffen von Vertretern der beteiligten Schulen aus Griechenland, Italien, Belgien und Deutschland im Laufe des zwei Jahre dauernden Projekts.

Das Projekt widmet sich dem Thema der Inklusion an den Schulen und hat dabei insbesondere Jugendliche aus Migrations- oder Flüchtlingskontext im Blick.

In Thessaloniki ging es unter anderem um das Thema Kommunikation und die Frage, wie sie verbessert werden kann, um das Schulklima positiv zu beeinflussen. Hierzu gab es Vorträge, Podiumsdiskussionen und Rollenspiele.

Der zweite Themenbereich waren die in der CHARTER OF FUNDAMENTAL RIGHTS AND VALUES OF THE EUROPEAN UNION formulierten Rechte und Werte der Europäischen Union. Deren Relevanz wurde gemeinsam mit einer Gruppe minderjähriger Geflüchteter diskutiert, die bereits seit einiger Zeit mit dem Projekt kooperieren. Beim Besuch in der Unterkunft dieser jungen Menschen, die vom „International Rescue Committee of Northern Greece“ betreut werden, konnten sich die Projektteilnehmer über deren Lebensbedingungen informieren, ein von den Geflüchteten eigens für sie bereitetes Buffet genießen und sportliche Aktivitäten mit ihnen teilen.

Neben der inhaltlichen Arbeit umfasste das kulturelle Begleitprogramm Besuche in der alten makedonischen Königsstadt Dion sowie in der mittelalterlichen Burg von Platamonas und eine Fahrt zum Berg der griechischen Götter, dem Olymp. Abgerundet wurde das Kultur- und Bildungsprogramm durch einen Besuch im Archäologischen Museum von Thessaloniki und einen Rundgang entlang der historischen Stätten der Stadt, die aus griechischer, römischer, byzantinischer und osmanischer Zeit stammen.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren während des eine Woche dauernden Projekts in griechischen Familien untergebracht. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit dieser Familien zählt zu den eindrücklichsten Erlebnissen, die die Teilnehmer bei ihrem Besuch machen konnten.

So schreibt Eva (16): „Ich habe schon bei vielen Austauschen mitgemacht aber ich wurde noch nie so offen und herzlich aufgenommen.“ und Alisa (16) fügt hinzu: „Ich habe mich bei meiner Gastfamilie  sehr wohl gefühlt und viel Interessantes über die griechische Kultur gelernt.“

Für Robert (16) war es der erste Austausch: „Es war eine tolle Erfahrung, die ich für eine lange Zeit nicht vergessen werde. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen.“

 

Das Erasmus-Projekt am Gymnasium Kenzingen endet im Juni dieses Jahres. Ein Folgeprojekt wurde bereits beantragt. Sollte es genehmigt werden, wird eine weitere Generation von Schülerinnen und Schülern in den Genuss dieser internationalen Begegnungen kommen. „Ich kann das Erasmus-Projekt wirklich nur jedem weiterempfehlen, da es eine wunderschöne Erfahrung fürs Leben ist!“, schließt Eva.                                                                                                                                    

Claudia Hertz, Projektleiterin