Sonntag, 18. November 2018

Die Kenzinger Schüler Justin Müll, David Schaeffert, Lynn Schoberer, ElenaSchulze, Luisa Scheufler, Lara Riesterer und Julian Burmeister stellen im Jüdischen Museum ihren Projektbeitrag vor


Am Samstag, dem 1. September 2018 wurden die AG „Journalistisches Arbeiten“ und Mitglieder der Presse-AG des Gymnasiums Kenzingen mit dem diesjährigen „Rolf-Joseph-Preis“ im Jüdischen Museum Berlin ausgezeichnet.

Schülerinnen und Schüler beider Arbeitsgemeinschaften erzielten mit ihrem gemeinschaftlich in Angriff genommenen Projektbeitrag bei dem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb „Rolf-Joseph-Preis“ den ersten Platz. Im Jüdischen Museum Berlin wurden wie jedes Jahr die drei besten eingereichten Projekte gekürt, die sich kreativ mit dem Thema Judentum auseinandersetzen. Dass dies in der heutigen Zeit besonders wichtig sei, betonte der Schirmherr Albrecht Hoppe bei seiner Rede im Rahmen der Preisverleihung und stellte Bezüge zu aktuellen Ereignissen her, wie sie jüngst in Chemnitz vorgefallen sind.
Nach dem traditionellen Gesang eines Rabbiners und einer hebräischen Instrumentaleinlage wurden die Projekte von den verantwortlichen Preisträgern vorgestellt, damit sich die Gäste ein genaueres Bild davon machen konnten. Die Kenzinger Schülerinnen und Schüler erklärten die Motivation, den Aufbau und das Ziel ihrer Broschüre „Jüdisches Leben rund um das Gymnasium Kenzingen - damals und heute“ in Form eines 10-minütigen Vortrages: Der crossmediale Ansatz des Projektergebnisses, welcher mithilfe von QR-Codes den eigentlichen Printbeitrag um historische Dokumente oder Video- und Audiodateien erweitert, bringe die schrecklichen Ereignisse während der NS-Herrschaft in einen größeren Kontext und schaffe den Inhalten mehr Raum.
Diese Art der Auseinandersetzung überzeugte die Jury am meisten und wurde deshalb mit dem ersten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 300 Euro ausgezeichnet. Bei der Bekanntgabe unterstrichen sie außerdem den effektiven Aufbau der Interviews, der einen klaren roten Faden durch die gesamte Broschüre bildet. Ein Beitrag aus Plauen (Sachsen) und Berlin belegte den zweiten bzw. den dritten Platz.
Nach der Preisverleihung fanden sich Gäste, Schüler und Veranstalter zu einem kleinen Empfang mit Häppchen und Getränken ein, wo die immer noch überraschten und glücklichen Kenzinger Schülerinnen und Schüler viele positive und begeisterte Rückmeldungen erhielten.
Während ihres Aufenthalts in der Hauptstadt hatten die angereisten Preisträger zudem die Möglichkeit, gemeinsam mit der „Joseph-Gruppe“, den Organisatoren des Wettbewerbs, einem jüdischen Gottesdienst in der Synagoge Pestalozzi beizuwohnen sowie an einem Workshop zum Thema „Ein neues Land“ teilzunehmen. Eine Führung durch die Jerusalem-Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin erweiterte die thematische Exkursion außerdem um einen genaueren Blick auf die Entwicklungen in der Religionsmetropole.
Die Schülergruppe um AG-Leiter Stefan Henninger stellt am 17. Oktober um 19:30 Uhr ihre Broschüre im Atrium des Gymnasiums Kenzingen vor und veröffentlicht sie anschließend. Hierbei werden Texte vorgelesen, Interviews wiedergegeben und der aus Kippenheim deportierte Jude Kurt Salmon Maier, der heute in Washington zu Hause ist, wird sich zu einem Zeitzeugengespräch einfinden. Mit einer Mail an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kann man sich bereits jetzt für die Veranstaltung anmelden.

Der seit 2014 alljährlich ausgetragene Wettbewerb wurde zu Ehren des jüdischen Holocaustüberlebenden Rolf Joseph ins Leben gerufen, um Schüler dazu zu bewegen, sich mit der jüdischen Geschichte auseinanderzusetzen und diese somit vor dem Vergessen zu bewahren.
Die ersten Schritte hierzu machten die Organisatoren vor 14 Jahren, als sie sich entschlossen, die Geschichte des Zeitzeugen Rolf Joseph in Form eines kleinen Buches niederzuschreiben und zu veröffentlichen.
Kennengelernt hatten sie diesen in der neunten Klasse, als er sie im Rahmen des Religionsunterrichts besuchte, um seine Erlebnisse zu schildern.
Daraus entwickelte sich über die Jahre hinweg und während zahlreicher Treffen eine enge Verbundenheit und Freundschaft, welche die Gruppe nach seinem Tode im Jahre 2012 dazu veranlasste, sein Lebenswerk mit Hilfe dieses Preises weiterzuführen.
Weitere Informationen unter: https://rolfjosephpreis.de/


Text: AG  „Journalistisches Arbeiten“ & PresseAG Gymnasium Kenzingen
Fotos: Frank Burmeister

 

Die ausgezeichneten Projektteilnehmer, darunter die Kenzinger Schülerinnen und Schüler


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