Samstag, 20. April 2019

FAZ-Preisverleihung an Justin Müll

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Foto (von David Schaeffert): Der Preisträger Justin Müll aus Endingen umrahmt vom Kuratoriumsvorsitzenden der FAZIT-Stiftung, Dr. Dr. Andreas Barner (links), seinem Lehrer Stefan Henninger (2. von rechts) und dem Herausgeber der F.A.Z., Holger Steltzner (rechts)

 

Justin Müll aus Endingen, der das Gymnasium Kenzingen besucht, wurde letzten Mittwoch in Frankfurt am Main für seine herausragende journalistische Arbeit im Rahmen des Projektes „Jugend schreibt“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit dem alljährlich ausgeschriebenen FAZIT-Preis ausgezeichnet. Der zweite Preisträger kam von einem Schweinfurter Gymnasium des zweiten Bildungsweges.

Zu Beginn der feierlichen Veranstaltung, die im Redaktionsgebäude der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stattfand, machte der Kuratoriumsvorsitzender der FAZIT-Stiftung, Dr. Dr. Andreas Barner, seine Begeisterung für das bundes- und europaweite Projekt deutlich und bezeichnete die diesjährige 32. Preisverleihung als eine erneute Sternstunde für Schüler und Schulen.

In der sich anschließenden Laudatio auf die Preisträger betonte Holger Steltzner, Herausgeber der  F.A.Z., dass die Wahl aus den über tausend Teilnehmern klar auf den Kenzinger Gymnasiasten Justin Müll gefallen sei, da er es geschafft habe, dass mindestens drei seiner Texte als Aufmacher in der montags erscheinenden Rubrik „Jugend schreibt“ platziert wurden. In seinen insgesamt fünf veröffentlichten Reportagen begeisterte er die Jury und den FAZ-Herausgeber Holger Stelzner mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Themen. So verfasste er eine Reportage über den in Kippenheim-Schmieheim lebenden Michael Nathanson, in der er  davon berichtet, wie Nathanson als Sohn eines Juden und einer Katholikin  zusammen mit seiner Familie kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges aus Deutschland flüchtete und was sie während des Exils in Shanghai erleben mussten. In der Rosa Hilfe Freiburg unterhielt sich Müll mit Homosexuellen  unterschiedlichen Alters. Anhand dieser Gespräche zeichnete er ein klares Bild darüber, wie sich in der BRD die Einstellung der Gesellschaft zur Homosexualität entwickelte. Außerdem verfasste er Texte über den Affenberg in Salem am Bodensee und Goethes Garten in Weimar. Besonders hob Steltzner hervor, dass Justin Müll den deutschen Botschafter in Paris interviewt habe, um  dessen diplomatischen Tätigkeitsbereich in einem Text für das „Jugend-schreibt“-Projekt abzubilden.

Während seiner Laudatio griff Steltzner das persönliche Fazit von Justin Müll auf, das dieser am Ende des Projektjahres zog. Bei jeder Reportage habe Müll  einzigartige Menschen mit fesselnden Geschichten kennengelernt, viel neues Wissen erfahren und prägende Erfahrungen gehabt. So sehe Müll nun rückblickend das Projekt Jugend-Schreibt für sich als einen vollen Erfolg an und finde es großartig, dass es eine solche Möglichkeit für Schüler gebe. Besonders dankbar sei er allen, die ihm dies ermöglicht und ihn unterstützt hätten, insbesondere der F.A.Z., seinen Mitschülern aus der AG „Journalistisches Arbeiten“ sowie seinem Lehrer Stefan Henninger.

Im Anschluss an die Laudatio überreichten Steltzner und Barner den beiden Preisträgern eine Urkunde und gratulierten ihnen gemeinsam zu dem mit je 2500 Euro dotierten FAZIT-Preis.

Nachdem der Schweinfurter Preisträger seine positiven Erfahrungen aus Schülersicht Revue passieren ließ, blickte der Kenzinger Lehrer Stefan Henninger  stellvertretend für die teilnehmenden Projektlehrer auf das vergangene Projektjahr „Jugend schreibt“ zurück. In seiner Rede bedankte er sich bei der  Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er schätze besonders die gewinnbringende Arbeit mit der Qualitätszeitung im Unterricht und sehe in dem Projekt gleichzeitig einen Weg für Schüler, außerhalb des Schulalltags das Leben in seiner Vielfalt zu erfahren. Bei „Jugend-Schreibt“, so sagte er, wachsen Schüler über sich hinaus. Der Deutschlehrer betreut die teilnehmenden Schüler aus Kenzingen bei dem Projekt und nahm mit seiner AG „Journalistisches Arbeiten“ nun schon zum zweiten Mal teil.

Während der Preisverleihung richtete sich Holger Steltzner auch ausdrücklich an die mitgereisten Schüler der AG „Journalistisches Arbeiten“. Er bedankte sich für ihr außergewöhnliches Engagement und für die Texte, die sie beisteuerten. Der Kuratoriumsvorsitzende der FAZIT-Stiftung, der Freiburger Andreas Barner, hob seinerseits die Qualität der Pressearbeit am Gymnasium Kenzingen hervor, die der AG-Leiter Stefan Henninger in Schülerhand lege.

Ausdruck dieser Qualität ist auch der  Adventskalender, den die AG-Mitglieder im vergangenen Dezember in Zusammenarbeit mit der Lokalredaktion Emmendingen der Badischen Zeitung erstellten.

Text: David Schaeffert


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