Sonntag, 25. August 2019

Kenzinger Gymnasiasten erforschen im Rahmen ihres Erasmus-Projekts Weltkulturerbeobjekte und kooperieren dabei mit Schülern aus fünf weiteren europäischen Ländern

Deutsch französische Gruppe in Vézelay2 Groß

Die zweite und die dritte Reise im Rahmen des Erasmus-Projekts „AMOR“ – Ancient heritage meets modern researchers – führten die aus Schülern und Lehrern bestehenden Delegationen des Gymnasiums Kenzingen zu den Projekttreffen nach Spanien und Frankreich. Dort wurden sie zusammen mit ihren Partnergruppen aus Rom/Italien, Thessaloniki/Griechenland und Tavira/Portugal von den spanischen und französischen Gastgebern herzlich empfangen.

In Arucas, einer Stadt im Herzen der Insel Gran Canaria, ging es unter anderem um das UNESCO-Weltkulturerbe „Silbo Gomero“, eine seit Jahrhunderten existierende Pfeifsprache, mittels derer man über große Distanzen hinweg kommunizieren kann. In einem von Spezialisten angeleiteten Workshop durften die Teilnehmer selbst Erfahrungen mit dieser außergewöhnlichen Kommunikationsweise sammeln und konnten dabei erkennen, dass das Zusammenleben auch einmal ohne Smartphone funktionieren kann.

Außerdem befassten die Teilnehmer sich mit den von den Ureinwohnern  der Insel in präkolumbianischer Zeit geschaffenen astronomischen Höhlen von Risco Caído. Diese sind mit ihren den Sonneneinfall berücksichtigenden geometrischen Figuren im Inneren einzigartig und daher auf dem Weg, Weltkulturerbe zu werden. In diesem Zusammenhang wurde auch das Verfahren vorgestellt, das bei der Beantragung des Titels „UNESCO-Weltkulturerbe“ durchlaufen werden muss – gekoppelt an praktische Übungen in Form eines sportlich-amüsanten Staffellaufs.

In Avallon, im nördlichen Teil des Burgunds, war die nahe gelegene Kathedrale von Vézelay, Weltkulturerbe seit 1979, das Ziel der Recherchen. Dabei ging es sowohl um Architektur, z.B. um die Romanik und deren steinerne Bildersprache als auch um die Lebensweise der zisterziensischen Mönche innerhalb der heute nur noch in Ansätzen vorhandenen Abtei. Abgerundet wurde dieses Thema durch einen von den Teilnehmern aufmerksam verfolgten Bildervortrag eines Mannes, der von Vézelay aus 1200 Kilometer auf dem Jakobsweg zurückgelegt hatte.

Nach so viel geistiger Nahrung sollten auch die kulinarischen Freuden nicht fehlen. Die französische Gastronomie trägt ebenfalls den Titel „Weltkulturerbe“ und so konnten die Teilnehmer erfahren und erleben, was alles zu einem französischen Festmahl dazugehört. Nachdem sie selber die Tafel gerichtet und gelernt hatten, wie viele Gläser, Teller und Bestecke in welcher Reihenfolge auf dem wohl dekorierten Tisch angeordnet werden, nahm die Mahlzeit die üblichen drei bis vier Stunden in Anspruch - für viele Teilnehmer eine außergewöhnliche Lebenserfahrung.

Auf beiden Reisen waren die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht. Durch die internationale Zusammensetzung der Gruppe konnten die Kenzinger Jugendlichen neben der Projektsprache Englisch auch ihre Kenntnisse in Französisch und Spanisch auffrischen. Mit so vielen Menschen aus sechs europäischen Ländern zusammen zu treffen, gemeinsam zu lernen, zu diskutieren und zu lachen war für Viele eine großartige Erfahrung, das zeigt die Evaluation der Treffen.

Im Oktober 2019 werden die fünf Länder zu Gast in Kenzingen sein. Die Vorbereitungen dafür haben schon vor Längerem begonnen und Schüler und Lehrer fiebern dem erneuten Zusammentreffen mit großer Vorfreude entgegen.

 

Claudia Hertz, Gymnasium Kenzingen

 


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