Sonntag, 15. Dezember 2019

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage Projekt 2015/2016

Spendenlauf 2015

Schon seit 2013 engagiert sich das Gymnasium Kenzingen in Zusammenarbeit mit der Barada-Syrien-Hilfe für syrische Flüchtlinge, die in Lagern in der Krisenregion leben. Daher fand am 14.10.2015 ein Spendenlauf statt, dessen Einnahmen der Barada Syrienhilfe e. V. zugutekamen.

 

 

Beinahe alle Klassenstufen und auch einige Lehrer beteiligten sich an diesem Lauf. Sogar SchülerInnen der Grundschule sowie der Werkrealschule nahmen am Spendenlauf teil, der von der EINE-WELT-AG des Gymnasiums organisiert wurde. Diese Aktion sollte syrische Bürgerkriegsflüchtlinge vor Ort unterstützen. Die Koordinatorin des Syrienprojektes, Andrea Morand, und die neue Leiterin der EINE-WELT-AG des Gymnasiums, Mira Gündel, entschieden sich dafür, die Einnahmen an die Amal-Schule weiterzuleiten, da Bildung eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft der Kinder ist und dadurch eine Teilnahme an einer Gesellschaft des Fortschritts ermöglicht wird. Diese Schule weist – auch weit über das Flüchtlingslager hinaus –eine hohe Akzeptanz auf, sodass sogar türkische Familien ihre Kinder an dieser Bildungsstätte einschulen lassen. Schließlich trug der Spendenlauf dazu bei, Hilfe vor Ort in Syrien zu leisten und den Binnenflüchtlingen, die wegen des Krieges ihre Heimat verlassen und sich in der Umgebung ein neues Zuhause suchen müssen, in ihrem Verlangen nach Bildung Solidarität zuzusichern.

Knapp 9000 Euro kamen bei diesem Spendenlauf zusammen. Den Scheck übergab Mira Gündel an einen Vertreter der Barada-Syrien-Hilfe, während der 81. Offenen Bühne des Gymnasiums Kenzingen (siehe unten). Der Vertreter der Barada-Syrien-Hilfe zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schule und der SchülerInnen und betonte, dass sich Menschlichkeit und Großzügigkeit immer lohnten.

Im Januar erhielten wir eine Nachricht von Firas Khoury, einem Mitarbeiter der Barada-Syrienhilfe e.V.. Er bedankte sich bei uns, da mit den Spendengeldern aus dem Spendenlauf die Kinder mit einer Winterjacke ausgestattet werden konnten.

 

Im März schrieb uns Firas Khoury, dass Barada Anfang des Jahres mit Hilfe dieser Spendengelder insgesamt 500 Lebensmittelpakete in der Türkei packen ließ. Diese bestanden aus 20 kg Grundnahrungsmitteln und konnten im Februar an die Flüchtlingskinder im innersyrischen Atmeh Flüchtlingslager verteilt werden.

 

 

Um auch den Flüchtlingen vor Ort zu helfen, um auf ihre Hilfsbedürftigkeit aufmerksam zu machen und vor allem um ihnen und ihren Geschichten eine Stimme zu geben, veranstaltete das Gymnasium Kenzingen weiter Aktionen:

 

81. Offene Bühne

Die 81. Offene Bühne, die am 26.11.2015 veranstaltet wurde und unter dem Motto „Flüchtlingen eine Stimme geben“ stand, sollte ein starkes Zeichen für Toleranz und Hilfsbereitschaft setzen.

Der musikalische Teil des Abends wurde mit "Sòfa", einem Trommelstück aus Guinea, das SchülerInnen der neunten und zehnten Klassen mit dem Referendar Daniel Preissler einstudiert hatten, eingeleitet.

Im Zentrum dieses Abends stand die Eröffnung einer Ausstellung. In diese wurde durch die Moderatoren und Mitglieder der Eine-Welt-AG Sophie Tichonenko und Hannes Engel eingeführt: der Neigungskurs Politik und dir Theater-AG führten eine kurze Performance auf, in der sie Gefühle, Gedanken und Situationen der Geflüchteten aus Heimen in der Umgebung, ihre Hoffnungen, Sorgen und Ängste, künstlerisch darstellten und interpretierten. Nachdem die Ausstellung somit eröffnet war, konnten die Zuschauer der Offenen Bühne im Atrium Plakate anschauen. Diese stellten die Schicksale verschiedener Flüchtlinge detailliert dar. SchülerInnen der Oberstufen hatten zusammen mit motivierten Lehrerinnen in den vorherigen Wochen persönliche und bewegende Gespräche mit Flüchtlingen aus der nahen Umgebung geführt und auf deren Grundlage individuelle, kreative und ergreifende Plakate gestaltet. Die Geschichten der Flucht waren so vielfältig wie die Flüchtenden selbst: ein Informatikstudent, der auf Grund von Korruption sein Studienplatz in Syrien verlor und daraufhin nach Deutschland floh; eine iranische Familie auf der Flucht vor dem IS-Terror; Bootsflüchtlinge aus Gambia und Nigeria.

 

Zudem schilderte andiesem Abend eine Vertreterin der Kenzinger Flüchtlingshilfe die Situation in Kenzingen, wo zu diesem Zeitpunkt 14 Flüchtlingsfamilien untergebracht waren, die unter Leitung des örtlichen DRK größtenteils ehrenamtlich betreut und unterstützt wurden. Nach einem weiteren Musikstück, vorgetragen von SchülerInnen der Klasse 9c, zeigten zwei Schülerinnen, die am internationalen Comeniusprojekt teilgenommen hatten, einen 2013 von italienischen Schülern gedrehten, bewegenden Kurzfilm zur Flüchtlingsproblematik. Den musikalischen Schlusspunkt setzte Christopher Czekay aus der Klasse 9a am Flügel mit "Rondo Capriccioso" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

                                            

Deutschunterricht für Flüchtlinge

In Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Helferkreis Kenzingen, trägt das Gymnasium Kenzingen durch ein weiteres Angebot momentan dazu bei, Flüchtlinge gelingend in unsere Gesellschaft zu integrieren: Seit Ende Februar erteilen vier engagierte Lehrerinnen syrischen Flüchtlingen Deutschunterricht, an dessen Anfang zunächst das Erlernen des lateinischen Alphabets steht. Das Verstehen, Lesen und Sprechen der Deutschen Sprache ist für die Flüchtlinge von großem Vorteil, ja sogar unabdingbar, da Sprachbarrieren ansonsten einer funktionierenden Integration im Weg stehen. Die Flüchtlinge zeigten sich in diesen Stunden sehr lernbereit und motiviert.

                  

 

Fahrradsammelaktion

 

Damit sich die Flüchtlinge in der näheren Umgebung unkomplizierter und schneller bewegen können, sammelten SchülerInnen der EINE-WELT-AG gebrauchte Fahrräder. Hierzu wurden im Schulhaus Plakate aufgehängt, die sich an diejenigen SchülerInnen richteten, die diese Sammelaktion durch das Spenden eines Fahrrads unterstützten konnten.

 

85. Offene Bühne

 

Am 29. Juni 2016 fand die 85. Offene Bühne statt, die das Thema „Fluchten“ trug. Eine Collage aus selbst verfassten Szenen, Liedern, dem „Kinderkreuzzug“  von Bertold Brecht und weiteren Gedichten zum Thema Flüchtlinge präsentierten  TheaterBühneZwei und die CHORios um 19:00 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Unterstützt wurde die Aufführung von Schüler/innen  der Oberstufe, der Klasse 7a und Mitgliedern der TheaterBühneEins.

 

Anfang Juli 2016 wurden zugunsten der Tafel Herbolzheim in der Schule Lebensmittel gesammelt. Aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen in Herbolzheim und Umgebung konnte die Tafel den Bedarf nicht mehr decken und ist auf weitere Spenden angewiesen.

 

Augen-Auf-Tag

 

 

Das zweite große Projekt des Gymnasiums Kenzingen, das dieses Schuljahr umgesetzt wurde, umfasste einen Tag, der das Thema „Respekt“ zum Leitbild hatte.

 

Erstmalig wurde der Augen-auf-Tag! von Claudius Laibach, einem Religions- und Geschichtslehrer am Gymnasium Kenzingen, organisiert und mit Hilfe weiterer Engagierter umgesetzt. Dieser Thementag beinhaltete Workshops und Vorträge, die das Bewusstsein und die Sensibilität für soziale und gesellschaftliche Handlungsfelder fördern und so zum sozialen Lernen beitragen sollten. Klassenspezifisch wurden verschiedene Themen angeboten, die den SchülerInnen die „Augen öffnen“ mögen.

 

Die Klassenstufe fünf behandelte zusammen mit zwei Lehrerinnen des Gymnasiums sowie den Paten das Thema Klassengemeinschaft.

 

Die Sechstklässler absolvierten einen ganztägigen Workshop zum Thema Gewaltprävention. Durchgeführt wurde es von einem  KUMU-Team, einer Organisation, die sich Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche zur Aufgabe gemacht hat. Dieses Team bot den SchülerInnen eine kompetente Schulung zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit an.

SchülerInnen der siebten Klasse nahmen an einem Vortrag über Suchtprävention bei einem Facharzt für Allgemeinmedizin teil.

 

Das Modul Fairness - in der Schule und global, welches von der Eine-Welt-AG und deren Leiterin Mira Gündel ausgearbeitet und durchgeführt wurde, richtete sich an die Achtklässler des Gymnasiums. Durch Rollenspiele und Brainstorming wurde mit den SchülerInnen zunächst über den fairen Umgang miteinander diskutiert. Da Fairtrade ein zentrales Thema der Eine-Welt-AG  ist, wurde dies anhand verschiedener Videos, die beispielsweise die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern zeigten, und mittels Arbeitsblättern zum Thema faire Bananen und faire gehandelte Schokolade den SchülerInnen näher gebracht, die sich über die Unterschiede in der Produktion sehr überrascht zeigten.

 

Die Klassenstufe neun besuchte ein Modul über Erlebnispädagogik, das von zwei Physiklehrern angeboten wurde. Durch dieses erlebnispädagogische Modul, konnten SchülerInnen die Relevanz der Kooperation miteinander erleben, erlernen und somit ihren Gruppenzusammenhalt verbessern.

 

MitarbeiterInnen der AWO, der GLS-Bank und der Caritas Freiburg boten den Zehntklässlern einen Einblick in ihre verschiedenen sozialen Arbeitsfelder. Der Leitgedanke der Vorträge bestand darin, das Bewusstsein für Themen, die nicht im Lehrplan oder im Schulcurriculum fest vorgeschrieben sind, zu sensibilisieren.

Die Öffentlichkeitsarbeiterin der Caritas ist gelernte Erzieherin und studierte in Freiburg Sozialarbeit. Sie zeigte den SchülerInnen, die großes Interesse an diesen Vorträgen signalisierten, einige von insgesamt 700 weltweiten Projekten auf, die durch Caritas International ins Leben gerufen wurden.

Die stellvertretende Leiterin der AWO  gab einen Einblick in die Unterstützung und in das alltägliche Leben von psychisch Erkrankten des Hedwig-Wachenheim-Hauses in Lahr.

Der Vertreter der GLS-Bank sprach über seinen Beruf im ökonomischen Banking. Inhalt waren vor allem die Nachhaltigkeit für die Umwelt und das soziale Umgehen mit Geld.

Auf Grund der vielen positiven Rückmeldungen von SchülerInnen, LehrerInnen und Organisatoren, wird dieser Projekttag voraussichtlich in das Schulcurriculum aufgenommen und nächstes Schuljahr erneut durchgeführt.


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