Sonntag, 16. Dezember 2018

89. Offene Bühne

„Ein Feuerwerk von Tanz, Gesang und Kabarett“ - Überwältigendes Benefizkonzert von Myrtil Haefs im Gymnasium Kenzingen


Zwei Stunden lang unterhielt am 10. November 2017 die Diseuse Myrtil Haefs ihr Publikum in der Aula des Gymnasiums Kenzingen mit ihrem Programm „Der Lack ist ab-der Glanz bleibt“ und bot Einblick in ihr ereignisreiches, teils verrücktes Leben.
„Nichts geliftet, nichts geschönt – aber frisiert“, so begann Myrtil Haefs am Freitagabend ihren Auftritt im Rahmen der 89. Offenen Bühne der Schule, wo sie bis 2015 noch das Fach Bildende Kunst gelehrt hatte. Deswegen bestanden die Zuschauer an diesem Abend vor allem aus Lehrern, Schülern, Eltern und alten Weggefährten der Künstlerin, die die gesamte Aula füllten.
Einleitend besang sie ihre schon frühe Leidenschaft für das Theaterschauspiel, bei dem sie – wie auch bei den Liedern und Gedichten –  professionell von Michael Faßbender am Klavier begleitet wurde. Ebenfalls Lehrer am Gymnasium Kenzingen, stellte er sich erstmals dieser Herausforderung  und ergänzte den stimmgewaltigen Auftritt seiner ehemaligen Kollegin mit seinem hochkarätigen Klavierspiel.
Zusammen entführten sie das Publikum in das Leben der Diseuse, welches geprägt ist von Kunst, Musik und Theater, aber auch erfüllt ist von philosophischen Sinnfragen an das Alter, die Liebe und das Leben. Durch den Einsatz von verschiedensprachigen Liedern, die unterschiedliche Emotionen ausdrückten und Botschaften vermittelten, blieb ihr Auftritt bis zuletzt abwechslungsreich. Vor allem mit ihren Gedichten und Parodien hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. So schlüpfte sie beispielsweise in die Rolle einer schweizerischen Künstlerin, die den Zuschauern in einwandfreiem Schweizerdeutsch ihre mit unterschiedlichen Wässern gemalten Meisterwerke präsentierte. In einem Gedicht über die Gefühle eines Nagels zu einer Schraube beeindruckte Haefs mit einem heiter treffenden Sprachwitz. Dabei verlor sie aber nie den Bezug zum realen Leben, sodass das in der Pointe gipfelnde Motto „Alte Liebe rostet nicht“ dem Zuschauer wie Schuppen von den Augen fiel.
Einige ihrer Lieder widmete sie ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter, ein weiteres der Hauskatze, die sie ohne zu Zögern jedem Mann vorziehe. Doch  Haefs ging ebenfalls auf das moderne Leben ein und ließ sich kritisch über die Sozialen Netzwerke aus. So blieb der Auftritt trotz vieler Rückblicke in die Vergangenheit aktuell. Mit zwei Zugaben in Form von Coversongs schloss sie ihren Auftritt stimmungsvoll ab, für den sie  großen Applaus erhielt.

Georg Hiss, Vertreter der Pensionäre des Gymnasiums, bedankte sich bei den beiden Künstlern und insbesondere bei der EINE-WELT-AG und deren Leiterin Mira Gündel. Diese hätten die anfängliche Idee der Pensionäre, ein Benefizkonzert zu veranstalten, so aufgegriffen, dass am Schluss ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt daraus entstanden sei. Das gute Zusammenspiel und der Einsatz von allen spiegelte sich auch in den erzielten Spenden für das Kinderheim „Casa Verde“ in Peru und den Ehrenverein „Kinderpan“ aus Deutschland wider, die einen vierstelligen Bereich erreichten.
Auch Schulleiter Heribert Hertramph freute sich über den rundum gelungenen Abend und die humorvollen Anregungen von Myrtil Haefs. Sein Dank galt nicht nur den Hauptakteuren, sondern auch den motivierten und einsatzfreudigen Schülern, die für ein opulentes Buffet und eine reibungslose Technik sorgten.

Julian Burmeister, Klasse 9a
Das Foto (PresseAG) zeigt die Künstlerin Myrtil Haefs.


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